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Die
Welt 18.08.1998
Ja-Wort
unter dem Leuchtfeuer - und der Wind spielt Orgel
dh Pellworm - Für
Hochzeitspaare mit Sinn für maritime Romantik bietet die Nordseeinsel
Pellworm etwas Einzigartiges. Seit kurzem können Brautleute
im Leuchtturm getraut werden. Der eher nüchtern eingerichtete
Raum mit Bullaugenlicht liegt in der 10, Etage auf 30 Meter Höhe.
Ein kleiner Holztisch und einige Stühle stehen da, an der Stahlwand
hängt ein Rettungsring. Genau 125 Stufen sind es bis zur Glückseligkeit
im maritimen Trauzimmer. „Und bei zehn Windstärken ist
es dann besonders stimmungsvoll. Dann pfeift der Sturm, es heult
und orgelt, wie in der Kirche", erzählt Leuchtturm Führer
Wilfried Eberhardt. Doch für die Trauungen ist er nicht zuständig.
Das regelt das Pellwormer Standesamt. Die ersten Hochzeiten hat
es auch schon gegeben, und für weitere Interessenten bietet
die Kurverwaltung (Telefon 048 44 / 189 40-43) besondere Arrangements
an. Daneben kann der Leuchtturm aber auch von allen anderen Besuchern
in geführten Gruppen besichtigt werden. „Was sich seit
der Einführung vor einem Jahr längst zur großen
Touristenattraktion entwickelt hat. Wir hatten bis jetzt schon über
2600 Besucher. Alle waren begeistert über den gepflegten Zustand
des Turms, die Technik und erst recht über den krönenden
Panoramablick über Pellworm und das Wattenmeer bis zur nordfriesischen
Küste", sagt Wilfried Eberhardt. Während der Besteigung
der elf Etagen - nur das oberste Lampenhaus bleibt gesperrt - erzählt
der 59jährige Kapitän aus der Leuchtturmgeschichte. So
etwa, daß der 38 Meter hohe Turm in den Jahren 1906/1907 zusammen
mit den baugleichen Türmen in Westerheversand und Hörnum
auf Sylt errichtet wurde. Das Leuchtfeuer reicht bis zu 20 Seemeilen
weit und weist den Seeleuten den Weg durch das schwierige Fahrwasser
der Norder- und Mittelhever. Bis 1977 wurde der Turm von einem Leuchtturmwärter
gewartet. Seitdem läuft alles vollautomatisch unter Aufsicht
des Wasser- und Schiffahrtsamtes in Tönning. |