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Bürgerfreundlich:
Am 5.5.05 finden auf dem Leuchtturm von Pellworm fünf Hochzeiten
statt. Die Brautleute kommen aus Glinde im Kreis Stormarn, Niedersachsen,
Hamburg und zwei Mal aus Nordrhein-Westfalen. Kapitän Wilfried
Eberhardt, der Pellwormer Leuchtturmwärter, hat schon viele
verliebte Paare gesehen: Bereits heute geht im Leuchtturm die 1200.Trauung
über die Bühne. Den frisch Vermählten alles Gute!
(dpa)
Als Tag zum Heiraten
ist er besonders beliebt: der 5.5. 2005. Doch weil Himmelfahrt ist,
stellen sich viele Standesämter dem Terminwunsch von Heiratswilligen
quer.
Kiel
kim
Für vergessliche
Paare gibt es in diesem Mai einen Hochzeitstermin, den man nicht
vergisst: den 5.5.2005. Entsprechend groß ist der Wunsch heirats-williger
Nordlichter, am
Wer in seiner Heimatgemeinde kein Glück hat, übt sich
im Hochzeitstourismus. So wie das Ehepaar in spe Frank und Sabine
Koslowski. Weil ihr zuständiges Standesamt in Nortorf geschlossen
ist, fahren sie 25 Kilometer weiter nach Schülp. Dort lässt
man sie am 5. Mai in den siebten Himmel der Liebe.
„Schnapszahl-Datum” den Bund fürs Leben zu schließen.
Dumm nur, dass der Tag auf Christi Himmelfahrt fällt, an dem
auch Standesbeamte gerne mal frei haben. Besonders in den größeren
Städten bleiben die Trauzimmer deshalb verschlossen. „Ansätze
aus der Politik für eine Ausnahmeregelung hat es genug gegeben”,
berichtet zum Beispiel Lübecks Pressesprecher Marc Langentepe.
Letztlich seien jedoch „beamtenrechtliche Bedenken”
für die Absage an die Brautleute ausschlaggebend gewesen. Das
Standesamt in der Hansestadt nennt auch religiöse Argumente:
Christi Himmelfahrt sei ein wichtiger kirchlicher Feiertag, und
den Kirchen wolle man keine Konkurrenz machen. „CDU-Innensenator
Thorsten Geißler und die Bürokratie lassen sich ständig
neue Argument für bequemes Aus-sitzen einfallen”, meckert
prompt die Lübecker SPD.
auf geeinigt, am Feiertag nicht zu trauen”, berichtet Sprecher
Arne Gloy. In der Regel sei Dienst über die tarifliche Arbeitszeit
hinaus zudem mitbestimmungspflichtig. Lange haben sich auch die
Hamburger Standesbeamten gewehrt, an Himmelfahrt eine Sonderschicht
einzulegen. Der Chef des Personalrates, Wanja Pawlowitsch, hält
Feiertage für ein schützenwertes Gut. „Fängt
man mit einer Ausnahme an, öffnet man Tür und Tor für
sol-
che Sachen”, meint er. Das Bezirksamt Mitte setzte sich über
seine Bedenken hinweg und „zwangsverpflichtete” kurzer-hand
einen Standesbeamten.
Doch längst nicht überall läuft es in der Bürokratie
so zäh. Einige Städte und Gemein-den Schleswig-Holsteins
sperren den Amtsschimmel am Traum-Hochzeitstag in den Stall —
und trauen am 5. Mai am laufenden Band. Flensburg zählt dazu.
„Wir bieten grundsätzlich individuelle Termine
Auch in der Landeshauptstadt haben Heiratswillige am 5. Mai keine
Chance. „Weil ohnehin schon viele Termine außerhalb
der normalen Dienst-zeit anfielen, hat sich die fünfköpfige
Standesamts-Crew darauf geeinigt, am Feiertag nicht zu trauen”,
berichtet Sprecher Arne Gloy. In der Regel sei Dienst über
die tarifliche Arbeitszeit hinaus zudem mitbestimmungspflichtig.
Lange haben sich auch die Hamburger Standesbeamten gewehrt, an Himmelfahrt
eine Sonderschicht einzulegen. Der Chef des Personalrates, Wanja
Pawlowitsch, hält Feiertage für ein schützenwertes
Gut. „Fängt man mit einer Ausnahme an, öffnet man
Tür und Tor für solche Sachen”, meint er. Das Bezirksamt
Mitte setzte sich über seine Bedenken hinweg und „zwangsverpflichtete”
kurzer-hand einen Standesbeamten.
Doch längst nicht überall läuft es in der Bürokratie
so zäh. Einige Städte und Gemeinden Schleswig-Holsteins
sperren den Amtsschimmel am Traum-Hochzeitstag in den Stall und
trauen am 5. Mai am laufenden Band. Flensburg zählt dazu. „Wir
bieten grundsätzlich individuelle Termine an, auch an Himmelfahrt”,
berichtet die Standesbeamtin Maria Schlütter. 15 Paare geben
sich das Ja-Wort. „Die Überstunden machen wir freiwillig
und keinesfalls wegen des Gel-des.” Laut Bundesgebührenordnung
fallen 55 Euro für einen Termin außerhalb üblicher
Dienststunden an. Wer auf dem Schiff oder am Nordertor den Bund
fürs Leben schließen will, legt 75 Euro drauf. Wer in
seiner Heimatgemeinde kein Glück hat, übt sich im Hochzeitstourismus.
So wie das Ehepaar in spe Frank und Sabine Koslowski. Weil ihr zuständiges
Standesamt in Nortorf geschlossen ist, fahren sie 25 Kilometer weiter
nach Schülp. Dort lässt man sie am 5. Mai in den siebten
Himmel der Liebe. Nächste Chance für alle, die Himmelfahrt
nicht zum Zuge kommen, ist übrigens der zo. 5. 2005—eine
Datumkonstellation mit ähnlicher Symbolik. Doch was hilft alle
Zahlen-Symmetrie, wenn es in der Liebe nicht klappt. Statistiker
haben herausgefunden, dass Paare, die an einem Schnapszahl-Datum
heiraten, ein ungewöhnlich hohes Trennungsrisiko haben. Normale
Ehen halten im Schnitt acht bis neun Jahre, Schnapszahlen-Ehen nur
vier Jahre. |